Berge und Hochtouren

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Blick auf  den Monte Cevedale (gesehen vom Aufstieg zur Plattenspitze)
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Hoher Angelus

Monte Cevedale 3.769 m

27.08. - 28.08.2008 / ein Muss für alle Genussalpinisten - dritthöchster Berg der Ortleralpen

Kartenausschnitt - geographische Lage: 46° 26′ 53″ N, 10° 37′ 15″ O

Kurzbeschreibung 2 Tagestour / Normaltour über Casatihütte

Tour zu diesem markanten weit sichtbaren Doppelgipfel bei idealen Wetterbedingungen mit Übernachtung in der Casatihütte. Anfahrt über St. Gertraud (Sulden) auf der Staatsstrasse 38, bis zum Parkplatz des Schaubachbahn am Talschluss. Startpunkt an der Bergstation wenige Meter oberhalb der Schaubachhütte auf 2.600 Hm. Die Höhenleistung zum Gipfel beträgt insgesamt 1.269 Hm. Empfohlen wird die erste Bergfahrt der Gondelbahn um 07:30 zu nutzen. Schneller Aufstieg ca. 1,5 Std zum Langenferner über die Eisseespitze mittels Stecknersteig. Siehe unsere Tour zur Eisseespitze. Weiter eben auf dem großen Plateau der Eisseespitze vorbei an Überresten des I. WK. Dann in Höhe des von der anderen Seite kommenden Eisseepaßes in der Scharte der Bergflanke links zum Anseilpunkt auf dem Langenferner kurz absteigen. Höhenverlust ca. 90 Hm. Gletscherausrüstung anlegen und im langen Rechtsbogen kurz auf dem Gletscher absteigen und gleich anschließend mäßig steil bis in Höhe der Casatihütte aufsteigen. Dabei auf Steinschlag von rechts der stark ausgeaperten Bergflanke und auf Gletscherspalten achten. In Höhe der Casatihütte in großem Linksbogen den Cevedale anpeilen. Mäßig steil den Gletscher aufsteigen und den meist vorhandenen Trittspuren folgen. Stellenweise legt sich der Gipfel zurück und man sieht voraus nur große Gletscherfelder und bei gutem Wetter blauen Himmel. Nach mehreren Zwischenplateaus dann stets voraus der Cevedale näher kommend. In scharfem Rechtsbogen zunächst noch mäßig steil die Gipfelflanke aufsteigen. Nach ca. 200 -300 m biegt diese scharf nach links und steil nach oben zum Gipfelgrat ab. Die nächsten 50 – 100 Hm steil in gerader Linie zum Grat aufsteigen. Die letzten Meter auf schmalen Gipfelgrat und wenig steil zum Gipfel. Abstieg über den Aufstiegsweg. Gehzeit ab Scharte ca. 2,5 – 3 Std. Rückweg bis zur Bergstation 2,5 -3,0 Std.

Grandiose Fern – und Aussicht vom Gipfel auf große ausgedehnte Gletscherfelder, zum Palon de la Mare, zur Königspitze und Vertainspitze, um einige Gipfel zu nennen.

Wir haben auf dem Rückweg – wegen der zeitlich nicht mehr erreichbaren letzten Fahrt der Bergbahn zur Talfahrt - auf der Casatihütte übernachtet. Hätten wir den Zustand und die Gastfreundlichkeit vorher gekannt, wären wir konditionell locker am Abend bis nach Sulden abgestiegen.

Fazit: Auf diesem Traumberg muß man gewesen sein, die Casatihütte braucht man nicht zu kennen.

 

Bergwertung Höhenmeter Gesamt Ausgangspunkt Hüttenwertung Casatihütte 3.254 m
Kondition normal 1.269 Hm Parkplatz Sulden

Essen mäßig, teuer

Schwierigkeit mittel / Schlussanstieg steil und anstrengend

Gehzeit bis Hütte 2,5-3 h Bergbahn bis Schaubachhütte

Zimmer und Betten mäßig

Wege/ Anlagen gut / Gletscherausrüstung !

Gehzeit gesamt 4,5-5 h erste Bergbahn Samstags 07:30 benützen ! Personal mäßig / Diese Hütte ist nach unserer Meinung nicht zu empfehlen

Ausführliche Beschreibung dieser Tour

1. Tag

Anfahrt über St. Gertraud (Sulden) auf der Staatsstrasse 38, bis zum Parkplatz des Schaubachbahn am Talende. Startpunkt an der Bergstation wenige Meter oberhalb der Schaubachhütte auf 2.600 Hm. Die Höhenleistung zum Gipfel beträgt insgesamt 1.269 Hm + 1 Gegenanstiege mit ca. 80 Hm von der Eisseespitze zum Langenferner. Bergfahrt mit der Gondelbahn. Wir durchquerten bei der Bergfahrt kurz die vom Tal aufsteigenden Wolken. Das Wetter versprach sonnig zu werden und zu bleiben. Ausstieg mit vielen Tagestouristen aus der Bergbahn. Kurz den Rucksack geschultert und wir liefen zur Weggabelung am Fuß der Eisseespitze.

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Aufstieg zur Eisseespitze in einer reichlich 1 Stunde. Ausführliche Beschreibung siehe Tour Eisseespitze.

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Dabei zwischendurch immer wieder gute Aussichten zum Eisseepaß

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und zum Dreiergestirn der Suldener Bergriesen.

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Auf der Eisseespitze kurze Rast mit Blick nach Sulden, zur Vertainspitze und über den Gletscher zu unserem heutigen Ziel

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dem Cevedale.

Kurze Rast und weiter über das große Plateau. Einzelne kleine Schneefelder überquerend und vorbei an Resten des 1.WK. Alte Unterstände, leere Patronenhülsen, Stacheldraht, verrottende Korkplatten der Unterstände gegen

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die Kälte, Metallgestelle und einiges mehr.

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Kurz vor dem Abstieg zum Langenferner der letzte Blick zum steilen Eisseepaß mit seinen großen und zahlreichen Gletscherspalten.

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Abstieg über die Scharte zum Langenferner. Anlegen der Gletscherausrüstung und im Harsch des Gletschers fast gerade parallel unterhalb des Hanges der den Eisseepass teilt. Dabei immer den Steilhang im Auge um möglichen Steinschlag rechtzeitig begegnen zu können.

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In leichtem Linksbogen hinauf über einige Gletscherspalten zur

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Casatihütte.

Der Schnee hier schon sehr weich. Mittlerweile war es 11:30 und wir liefen wie geplant weiter in Richtung Gipfel. Noch besser wäre ein früherer Start, damit man im ersten Morgengrauen starten kann und sich auf dem über Nacht fest gebackenen Gletscher gut über den Harsch aufwärts bewegen kann.

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Aufsteigend über mehrere flachere Aufstiege mit relativ flachen

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Wegstrecken dazwischen. Die Sonne stand mittlerweile im Zenit und brannte auf uns herunter. Durch die Reflexion des Schnees drohten wir auch unter dem Kinn uns einen Sonnenbrand zu holen. Immer wieder eine meist gut sichtbare Gletscherspalte. Bei unserer Tour ohne Probleme. Langsam schob sich der

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Gipfelaufbau ins Blickfeld.

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Im Rücken die Casatihütte.

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Wir sahen mittlerweile die Aufstiegsspur im Steilhang des Gipfelaufbaus.

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Wie an Perlenschnüren kamen uns 2 Seilschaften mit je 5-6 Mann entgegen. Wir bogen mit einer Rechtskurve in den Hang ein.

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Ab jetzt ging es auf schmalem Schneepfad steil aufwärts. Schließlich bog der Pfad fast rechwinklig nach links sehr steil nach oben in den Hang hinein ab.

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Aufsteigend wird dabei die Puste ziemlich knapp. Oben lehnt sich der Gletscher zurück

und es geht fast flach nach rechts in Richtung Gipfelschneide weiter.

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Mit etwas Umsicht die letzten Meter über den Grat zum Gipfel.

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Hier mit dem Blick zur Zufallspitze mit seinem Verbindungsgrat

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Am höchsten Punkt des Gipfels angekommen, mit traumhaftem Rundblick.

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Vom Gipfel gut zu erkennen die Casatihütte (mittleres Plateau links)

Wie so oft hatten wir den Gipfel für uns allein. Einfach genial dieser Blick und diese Ruhe. Mittlerweile war es halb drei und wir beschlossen wieder abzusteigen.

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Aber nicht ohne unser obligatorisches Gipfelfoto

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Abstieg auf der Aufstiegsspur. Wir waren an diesem Tag auch die letzten Gipfelgenießer.

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Ca. 1 ½ Std. später waren wir an der Casatihütte, wo wir unsere Ausrüstung ablegten. Aufgrund dessen das wir den Berglift bis 16:30 an der Schaubachhütte nicht erreichen würden, beschlossen wir zu übernachten und am nächsten Tag den Abstieg über die Eisseespitze zur Bergstation zu gehen. Hätten wir den Zustand, die Preise und die Bedienung in dieser Hütte gekannt, wäre uns kein Weg – auch nicht der noch komplette Abstieg nach Sulden - zu weit gewesen. Die Zimmer ungemütlich und nicht gerade einladend.

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Stahlrohrbetten die Nachts wie auf dem Schiff schaukelten und Decken die wahrscheinlich seit dem Krieg nicht gewaschen worden waren. Jedes Getränk ab 5 € aufwärts, die Bedienung einfach mies und beim Frühstück Weißbrotschnitten, gebogen wie Boote und Kaffee wie schon 3-mal gekocht. Wir glauben mittlerweile einige Hütten zu kennen, um diese sollte man bei Möglichkeit einen Bogen machen.

2. Tag

Endlich die Nacht vorbei. Frühstück und wieder auf den Gletscher.

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Im Schnee und Eis kamen alte Stacheldrahtverhaue

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und scharfe Granaten aus dem I. Weltkrieg zum Vorschein.

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Vorsichtig daran und an größeren Gletscherspalten vorbei.

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Die letzten Meter auf dem wieder etwas steileren Stück des Langenfernes. Am Felsen der Eisseespitze die Gletscherausrüstung ablegend, machten wir uns an dem kurzen Gegenanstieg auf das Plateau der Eisseespitze auf den Weg.

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Mit Blick zum Eisseepassgletscher und einen einzelner Bergsteiger im Gletscher - nicht zu empfehlen wegen den zahlreichen Spalten.

Beim Abstieg zur Schaubachhütte begegneten uns erst eine 4-köpfige Berliner Gruppe die ohne Gletscherausrüstung zur Casatihütte wollten und uns fragten ob das möglich ist. Da konnten wir nur den Kopf schütteln. Weiter unten kam uns ein einzelner Bergfreund entgegen. Dieser sagte uns im Gespräch, dass er am Tag vorher auf der hinteren Schöntaufspitze von der Schaubachhütte aus gewesen wäre und dieser Weg nur für Geübte sei. Darüber müssen wir noch heute manchmal schmunzeln. Da werden die 1-2 kleinen Kletterstellen an diesem Berg wirklich zum Problem (eine davon mit einer sehr fragwürdiger Seilsicherung).

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An diesem Seil ist bereits der Mantel defekt. Keiner von uns würde diesem Seil sein Gewicht oder seine Hand als Sicherung anvertrauen.

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Eine kleine Kletterstelle beim Abstieg aus der Eisseespitze.

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An der Bergstation gönnten wir uns ein Radler und genossen im Nachgang die wunderschöne Tour auf diesen prachtvollen Gletscherberg. Schließlich noch die Fahrt von Sulden nach Plaus zu unserer einfachen aber schönen Pension.

Diese Tour kann durchaus in 1 Tag im Auf- und Abstieg von der Bergstation an der Schaubauchhütte gegangen werden. Eine Nächtigung auf der Casatihütte können wir nicht empfehlen. Die Schwierigkeiten der gesamten Tour halten sich absolut in Grenzen. Kondition, besonders im Steilstück der Gipfelflanke ist aber erforderlich.

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